Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ihr Unternehmen beschließt, ein System für Künstliche Intelligenz (KI) einzuführen, um einen kritischen Prozess zu optimieren. Der Projektmanager, der mit der Implementierung umfangreicher Softwareprojekte vertraut ist, legt den Zeitplan offen, definiert einen abgeschlossenen Projektumfang, verknüpft die Ergebnisse in einem linearen Kanban-Board und verspricht höchste Genauigkeit in Rekordzeit.
Wenn Sie Ihre Daten- und KI-Projekte genauso managen wie Ihre ERP- oder Legacy-Softwareprojekte, dann habe ich eine wichtige Erkenntnis für Sie: Ihr Zeitplan lügt Sie an.
In der Welt der traditionellen Technologie ist Erfolg meist binär: Der Code funktioniert oder nicht, der Bildschirm bleibt an oder nicht. Doch sobald wir die Grenze zur Welt der KI überschreiten, ändert sich die Logik drastisch. Wir verlassen den Bereich des Determinismus und betreten das Feld der Wahrscheinlichkeit, wo eins plus eins nicht immer zwei ergibt.
Um zu verstehen, warum so viele KI-Projekte schon vor dem Reißbrett scheitern und wie Technologieführer diese Herausforderung meistern können, haben wir die wichtigsten praktischen Erkenntnisse aus dem Builders Podcast , die von Experten diskutiert wurden, die diesen Wandel aus erster Hand miterleben.
Marktdaten sind unerbittlich. Untersuchungen von Beratungsunternehmen wie McKinsey zeigen, dass rund 70 bis 85 % der KI-Projekte scheitern oder die erste Testphase (den bekannten Proof of Concept oder PoC) nicht überstehen.
Der Grund für diese alarmierende Entwicklung liegt nicht im Mangel an Spitzentechnologie, sondern vielmehr in einer tiefgreifenden Diskrepanz zwischen Erwartungen und Methoden. Die Entwicklung von KI ähnelt eher einem wissenschaftlichen und experimentellen Prozess als der traditionellen Softwareentwicklung.
Bei traditionellen Softwareprojekten oder ERP-Modulen ist die Definition von „Fertig“ klar: Der Workflow verläuft von der Entwicklung über die Validierung bis hin zur Bereitstellung des strukturierten Codes.
In der Künstlichen Intelligenz bedeutet „fertig“ die Bestätigung einer Hypothese. Der Prozess ist von Natur aus zyklisch und iterativ: Implementierung, Testen, Recall-Analyse ( eine Metrik, die bewertet, wie viele Fehler das Modell macht oder ob weiterer Testbedarf besteht) und dann die Rückkehr zum Anfang. Oft wissen weder Entwickler noch Kunde zu Beginn des Projekts, wie das Endergebnis aussehen wird.
Der Umgang mit KI erfordert ein präzises Management der menschlichen Erwartungen. Im Geschäftsumfeld lassen sich drei typische Stakeholder- , deren Management Projektleiter erlernen müssen:
In einem KI-Projekt am ersten Tag hundertprozentige Genauigkeit zu versprechen, ist keine Verkaufsstrategie, sondern eine Jobsuche. Da wir mit probabilistischen Modellen arbeiten, ist ein realistischer Ansatz von Anfang an unerlässlich.
Anmerkung des Experten
Der entscheidende Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines KI-Systems oder -Modells ist die Qualität der Daten. Die Technologie lernt ausschließlich anhand der ihr bereitgestellten Informationen.
Das häufigste Szenario in Unternehmen ist, dass der Kunde eine komplexe Lösung anfordert und bei Nachfrage zur Datenbank feststellt, dass diese nicht existiert, unvollständig oder völlig unstrukturiert ist. Beispiel: Wenn man ein Modell zur Behebung von Problemen im Personalwesen entwickelt und es mit einer inkonsistenten Datenbank füttert oder versucht, daraus Finanzinformationen zu gewinnen, für die es nicht trainiert wurde, wird die Umsetzung scheitern.
Bevor Sie Roboter oder komplexe Arbeitsabläufe entwerfen, sollten Sie zunächst Ihre Rohdaten prüfen: Ihre Geschäftsdaten.
Um zu verhindern, dass Zeit- und Ressourcenmanagement durch das traditionelle deterministische Modell eingeschränkt wird, nutzen große Unternehmen Echtzeit-Anpassungsframeworks:
Erfolgreiche KI-Projekte dienen nicht dazu, den menschlichen Faktor zu ersetzen, sondern vielmehr dazu, operative Engpässe und rein manuelle oder bürokratische Tätigkeiten zu eliminieren. Indem Fachkräfte von sich wiederholenden Aufgaben, wie dem stundenlangen manuellen Formatieren von Berichten oder Präsentationen, entlastet werden, gewinnen Führungskräfte wertvolle Zeit, um sich auf Strategie, zwischenmenschliche Beziehungen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu konzentrieren.
Die Steuerung von KI erfordert, dass man sich von statischen Betrachtungsweisen löst und probabilistische Ansätze akzeptiert. Ihre Zeitpläne werden erst dann korrekt sein, wenn sie Hypothesen, strukturierte Daten und Experimente aus der realen Welt widerspiegeln.
Hören Sie sich die vollständige Debatte an und entdecken Sie alle Tricks, Beispiele für HR-/Finanzdatenbanken und praktischen Lektionen, die Bruno Marcos (Data Engineering Coordinator bei Skyone) und Sidney Rocha (Services Director bei Skyone) in dieser unverzichtbaren Folge vorstellen.
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